Fulminant oder langweilig? Das Finale „Der schwarze Thron – Die Göttin“ von Kendare Blake

Die göttin 1

Es gibt keinen ruhmreicheren Tod, keine größere Schlacht als diese.

Allgemeines (Werbung)

Fantasy – 495 Seiten – 15€ – ISBN: 978-3-7645-3218-5 – Verlagsseite Penhaligon
Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar!

Worum geht‘s?

Bei diesem Buch handelt es sich um den vierten und letzten Band der „Three Dark Crowns“ Reihe von Kendare Blake. Die Rezension ist spoilerfrei.
Meine Rezension zu Band 1
Meine Rezension zu Band 2
Meine Rezension zu Band 3
In dieser Reihe geht es um die Insel Fennbirn, auf der die regierende Königin immer Drillinge mit unterschiedlichen Gaben gebärt (zum Beispiel Naturbegabte, Giftmischer, Krieger oder Elementwandler). Die drei Schwestern Mirabella, Katharine und Arsinoe sind alle potenzielle Königinnen, müssen jedoch im Jahr nach ihrem 16. Geburtstag gegeneinander antreten. Zwei Königinnen werden sterben, eine wird gekrönt. Wer überlebt? Wer sitzt am Ende auf dem Thron?

Meine Meinung

Der schwarze Thron. Begonnen habe ich diese Reihe 2017, und nun, ziemlich genau 3 Jahre später (die Rezension zu Band 1 ging am 16.05.17 online!) habe ich die letzten Seite dieser vierteiligen Geschichte beendet. Wahnsinn. Es ist immer ein tolles Gefühl, eine Reihe endgültig beendet zu haben. Aber ich glaube, ich habe im Guten damit abgeschlossen.
Während Band 1 ja wirklich eher mau war, haben mir 2 und 3 wirklich zugesagt. Und so war ich sehr gespannt, wie die Geschichte um die Insel Fennbirn wohl enden wird. Denn in meinen Augen es ist nicht die Geschichte der drei Schwestern – es ist die Geschichte der Insel.

Ich muss sagen, auch wenn das Ende durchaus temporeich ist (was bei einem Reihenabschluss eigentlich vorauszusehen ist), ist der Anfang des Buches eher etwas langatmig. Das heißt nicht, dass es langweilig wäre, aber die Handlung wird eben nach und nach erst aufgebaut. Die erste Hälfte des Buches besteht aus sehr viel Taktik und Planen. Der Spannungsbogen erhält erst ganz zum Ende des Buches seinen Höhepunkt. Der ist dann allerdings wirklich gut gemacht.
Ich weiß nicht, ob ich das Finale so erwartet habe, oder nicht. Teilweise ja, teilweise nein. Ich denke, in gewisser Weise war mir klar, dass die Reihe so aufhört, aber der von der Autorin eingeschlagene Weg hat mich dann doch etwas überrascht. Ich finde es gut, dass sie den Mut hatte, die Geschichte auf diese Weise enden zu lassen.
Insgesamt war die Handlung und auch das Ende gut, allerdings alles in allem nicht so episch, wie ich mir das gewünscht hätte. Insgesamt konnte mich das Finale aber durchaus berühren und zufriedenstellen.

Ich mag das Setting. Auch wenn man in einem der Bände kurz mal auf dem Festland war, und diese Welt kennenlernen konnte, geht es in der ganzen Reihe um die Insel Fennbirn. Und ich finde es toll, wie stark der Fokus darauf gelegt wurde. Dass man von Band zu Band jeden Ort dort mehr und mehr entdeckt. Kendare Blake hat sich wirklich Gedanken gemacht bei diesem Setting und es macht immer wieder Spaß, dorthin zurückzukehren. Besonders schön finde ich, dass in jedem Band eine Karte zu finden ist, um die Insel und ihre Umgebung noch mehr zu veranschaulichen.

die göttin 6

Der Schreibstil ist nach wie vor gut. Man muss sich zwar – wie immer – wieder neu auf die gewählte Zeitform des Präsens einstellen, aber mittlerweile habe ich damit nicht mehr so große Probleme, als noch in früheren Bänden. Es macht Spaß, das Buch zu lesen, auch wenn es kein literarisches Meisterwerk ist. Man kommt sehr gut durch die Seiten – besonders gut gefällt mir, dass die Autorin sehr lebensecht erzählt. Das hilft sehr gut, um in die Geschichte einzutauchen. Wie ich bereits in vorherigen Rezensionen schon angemerkt habe, finde ich die düstere Atmosphäre in dieser Buchreihe sehr ansprechend. Auch in Band 4 ist die Stimmung wieder sehr packend – und manchmal auch erschreckend, denn die Geschichte ist oft brutaler, als gedacht.

Die Protagonisten mochte ich die ganze Reihe eigentlich sehr gerne, weil sie sehr authentisch und nicht frei von Fehlern sind. Sie handeln manchmal unüberlegt und naiv, aber irgendwie macht sie das auch sehr real. Allerdings ist mir in diesem vierten Band aufgefallen, dass einige Handlungen schon sehr naiv und nicht wirklich nachvollziehbar waren. Um es anders auszudrücken – ich habe manchmal nicht wirklich verstanden, warum die ein oder andere Protagonistin so handelt. Das fand ich persönlich etwas schade, weil ich dadurch den Kontakt zu den Charakteren etwas verloren habe. Dennoch muss man wirklich sagen, dass es der Autorin gelungen ist, mit Mirabella, Arsinoe und Katharine drei sehr unterschiedliche Schwestern zu schaffen, die alle ihre ganz eigenen Persönlichkeiten haben. Zudem gefällt es mir sehr gut, dass die ganze Buchreihe ihren Fokus auf weibliche Hauptprotagonistinnen legt, die Männer spielen hier eher eine untergeordnete Rolle.

Fazit

Insgesamt ein zufriedenstellender Abschluss dieser Reihe, der jedoch in meinen Augen ein paar Schwächen aufweist. Dennoch mag ich „Der schwarze Thron“, auch wenn ich zu Beginn solche Probleme damit hatte. Wer Lust auf eine etwas düstere Fantasygeschichte mit größtenteils weiblichen Charakteren hat, ist hier definitiv richtig! Ich hätte es am Anfang nie gedacht, aber ich bin doch etwas traurig, dass wir diese interessante Welt jetzt verlassen müssen.

die göttin 4

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