Ein ganz besonderer Fantasyroman…

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Je heller das Licht, desto dunkler die Schatten.

Allgemeines (Werbung)

Fantasy – 704 Seiten – 22,99€ – ISBN: 978-3-596-29757-3 – Verlagsseite Fischer Tor

Worum geht’s?

Als Kind musste Mia Corvere mitansehen, wie ihre Familie komplett ausgelöscht wurde. Um ihr Ziel zu erreichen, Rache zu üben, schließt sie sich dem gefürchteten Assassinenorden „Rote Kirche“ an…

Meine Meinung

Was für ein Buch! Dass „Nevernight“ sehr beliebt ist, war mir schon immer klar, aber mir war nicht bewusst, was für eingroßartiger Adult-Fantasyroman mich erwarten würde. Kurz vorneweg – dieses Buch ist eindeutig kein Jugendbuch. Natürlich ist die Protagonistin Mia erst 16 Jahre alt, aber hier wird rein gar nichts beschönigt. Die Geschichte ist brutal. Der Autor scheut nicht davor zurück, Kämpfe, Morde, Folterungen und auch Sex sehr detailliert zu beschreiben. Auch an verbalen Kraftausdrücken wird nicht gespart. Bitte seid euch dessen bewusst, wenn ihr das Buch lesen wollt.

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Aber nun zum eigentlichen Thema – warum sollte man „Nevernight“ also unbedingt lesen?

…weil das Setting sehr gut durchdacht ist

Natürlich ist das der erste Band einer Trilogie, also denke ich mal, dass man in den folgenden Bänden noch viel mehr von der Welt kennenlernen wird. Und um ehrlich zu sein, so zu 100% durchblicke ich es noch nicht. Dennoch hat man das Gefühl, man würde die Welt irgendwoher kennen. Das liegt vor allem an einem ganz besonderen Stilmittel: Fußnoten. Alle paar Seiten kommentiert der Erzähler die Ereignisse auf humorvoll-sarkastische Weise. So lernt man einiges über Kultur, Religion und sonstige Gepflogenheiten der Welt. Das macht das Setting sehr dreidimensional und realistisch.

Weiche nie zurück. Fürchte dich nie. Und vergiss niemals.

…weil die Geschichte einen tollen Spannungsbogen aufweist und unvorhersehbar ist

Ich habe „Nevernight“ in einem Buddy Read mit der lieben Bianca von @waystowrite_ (Instagram) gelesen und wir beide waren ständig komplett überrascht, welche Wendungen dieses Buch nimmt. Natürlich ist es am Anfang etwas schwierig, sich zurecht zu finden, man muss sich erstmal an Geschichte und Schreibstil gewöhnen. Aber der Spannungsbogen reißt nie ab. Das Lesen wird zu einer regelrechten Sucht…gerade am Ende fiebert man regelrecht mit Mia mit und ist genau wie sie überrascht, welche Wendungen das Ganze nimmt. Viele Teile der Handlung konnte ich nicht vorhersehen und dementsprechend ist auch der Unterhaltungswert dieses Buches sehr hoch. Es macht einfach Spaß! Natürlich erinnert man sich manchmal an andere Geschichten, aber dennoch ist die Art und Weise, wie Jay Kristoff das Buch erzählt und welche Ereignisse, er einbaut, sehr innovativ und erfrischend anders.

…weil die Charaktere sehr vielfältig sind und komplett undurchschaubar

Es gibt wenige Hauptprotagonisten, die ich wirklich liebe. Karou aus „Daughter of Smoke and Bone“ von Laini Taylor oder Paige aus „The Bone Season“ von Samantha Shannon gehören eindeutig in diese Kategorie. Und auch Mia Corvere hat sich in mein Herz geschlichen. Sie hat alles, was ein guter Hauptcharakter für mich haben muss. Sie ist extrem clever und auf viele – oftmals tödliche – Arten sehr talentiert. Aber Mia hat auch eindeutig ihre Schwächen. Sie kommt zum Beispiel gar nicht mit Pferden klar und reiten ist ihr verhasst. Sie behält während ihrer Ausbildung im Assassinenorden ihre Menschlichkeit, auch wenn dort mit jedem Mittel versucht wird, ihr genau diese auszutreiben. Trotz allem ist Mia aber eine gelernte Killerin und schreckt da auch vor nichts zurück.
Auch die anderen Protagonisten sind toll – vor allem weil sie komplett undurchschaubar sind. Man weiß bis zum Ende nicht, welche persönlichen Motive die Charaktere nun antreiben. Dies ist ein weiterer Punkt, der einen „Nevernight“ nicht mehr aus der Hand legen lässt.

Besonders cool finde ich es übrigens, dass Mia stets von einer Schattenkatze namens „Herr Freundlich“ begleitet wird. Er weicht ihr nie, aber auch nie von der Seite und ernährt sich von ihren Ängsten – was zur Folge hat, dass sie mehr oder weniger furchtlos lebt.

Die Bücher, die wir lieben, erwidern unsere Liebe. Und so, wie wir unsere Spuren auf ihren Seiten hinterlassen, hinterlassen auch sie ihre Spuren in uns. Das sehe ich in dir, so sicher, wie ich es in mir selbst erkennen kann. Du bist eine Tochter der Worte. Ein Mädchen, das eine Geschichte zu erzählen hat.

…weil Jay Kristoff unglaublich gut schreibt

Ich habe von Jay Kristoff erst ein Buch gelesen, „Illuminae“, das er zusammen mit Amie Kaufman geschrieben hat. Ein Buch, dessen Potenzial meiner Meinung nach nicht vollständig ausgenutzt wurde. Mir war nicht klar, dass Kristoff so gut schreiben kann. Man muss sich erstmal ein wenig daran gewöhnen, das ist klar. Es ist sicherlich kein einfacher Schreibstil. Aber dennoch ist mir während der ersten 100 Seiten einfach nur der Mund offen stehen geblieben. Jay Kristoff hat eine wahnsinnige Wortgewalt. Er bringt die Sachen auf den Punkt, brutal und komplett ehrlich. Gleichzeitig schafft er es aber durch gewollt komische Vergleiche und einen sehr eigenen Humor, die Geschichte wieder etwas aufzulockern.
Kurz gesagt: „Nevernight“ hat einen unfassbar guten Schreibstil. Geradezu episch.

Fazit

Ich hätte nie im Leben gedacht, dass mir dieses Buch so gut gefallen würde. Aber letztendlich kann ich mit vollster Überzeugung sagen, dass „Nevernight“ eines der besten Fantasywerke ist, die ich jemals gelesen habe. Wenn ihr also ein Faible für Assasinen habt, spannende und unvorhersehbare Geschichten mögt und kein Problem damit habt, wenn es mal brutaler zugeht, dann LEST DIESES BUCH!

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