Katharina I. von Russland: Aus der Armut an die Spitze der Macht – ein modernes Märchen?

Der Mensch macht einen Plan, und Gott oder der Teufel lachen nur darüber.

Allgemeines (Werbung)

Historischer Roman – 736 Seiten – 12,99€ – ISBN: 978-3-453-42357-2 – Verlagsseite Heyne – Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar!

Worum geht’s?

Bevor ich überhaupt irgendwas schreibe, ist anzumerken, dass dieses Buch nicht für schwache Nerven ist. Ich würde hier definitiv eine Triggerwarnung für Vergewaltigung, (sexuelle) Gewalt und Folter, Tod aussprechen.

Dieses Buch ist im Prinzip eine Biografie von Katharina I., Kaiserin von Russland, in Romanform. Das Buch beginnt mit dem Tod ihres Ehemanns Peter I. (Peter der Große). Von diesem Punkt aus erleben wir einen Rückblick auf Katharinas Leben, zu der Zeit, als sie noch Martha hieß und die Tochter eines Leibeigenen war…

Meine Meinung

Ich muss ganz ehrlich zugeben – so sehr mich die Geschichte auch interessiert hat, so sehr war ich gleichzeitig auch eingeschüchtert von dem Ausmaß des Buches. Über 730 Seiten, das ist nicht ohne. Jedoch hat dann meine Neugier gesiegt – ich interessiere mich sehr für die Historie Russlands. Kunst, Kultur, Geschichte.

Nach Beenden dieses Wälzers muss ich ganz ehrlich sagen: was für ein Buch. Ich bin zutiefst beeindruckt, sowohl von dem Leben unserer Hauptprotagonistin Katharina I., als auch von dem Geschick, dass die Autorin beim Schreiben dieser Geschichte an den Tag legt.
Das Buch beginnt in Katharinas Jugend, als sie noch Martha hieß und im heutigen Litauen als Tochter eines Leibeigenen ein Leben voller Armut lebte. Von diesem Zeitpunkt an begleiten wir als Leser ihren Aufstieg an die Spitze der Macht. Die Geschichte ist immer spannend und unterhaltsam, und gleichzeitig kriegt man sehr viele geschichtliche Hintergrundinformationen geliefert. Diese sind auch – soweit ich das beurteilen kann – historisch größtenteils korrekt. Die Geschichte lässt einen auch nach Beenden des Buches erstmal nicht los und ich freue mich schon, falls die Autorin weitere Bücher über dieses Thema schreiben sollte – das ist scheinbar auch in Planung.

Der Schreibstil der Autorin ist dabei keineswegs sachlich und trocken, sondern emotional und dennoch informativ. Ich habe mich immer aufs Weiterlesen gefreut und hatte sehr viel Spaß daran. So sind die 700 Seiten auch sehr schnell vergangen. Besonders gut haben mir ihre Beschreibungen der Städte und Landschaften gefallen, sowie die Fähigkeit die Handlung und Figuren sehr real werden zu lassen.

Zu den Protagonisten kann ich nicht viel sagen, das fällt mir bei biografischen oder lebensgetreuen Geschichten immer schwer. Katharina/Martha mochte ich aber als Hauptcharakter sehr gerne, weil sie als eine starke Persönlichkeit mit Ecken und Kanten dargestellt wurde. Aber auch die anderen Protagonisten haben mir gefallen. Die Autorin hat es besonders gut geschafft, die Charaktere lebendig wirken zu lassen. Man könnte die Geschichte Katharinas fast als Märchen bezeichnen, auch wenn ihr Leben von Gewalt gezeichnet war.

Einige Dinge muss ich aber dennoch anmerken – ich hätte mir sowohl ein Personenverzeichnis, als auch eine Karte mit allen erwähnten Orten aus dem Buch gewünscht. Während dem Lesen habe ich immer wieder recherchiert, um ein noch besseres Bild von den Vorgängen im Buch zu bekommen. Zudem ist mir aufgefallen, dass manche Charaktere zunächst eine große Rolle spielen und dann plötzlich sang- und klanglos aus der Geschichte verschwinden. Das war teilweise ein bisschen verwirrend. Allgemein wäre es schön gewesen, am Kapitelanfang immer eine Jahreszahl stehen zu haben. Das sind jedoch nur minimale Anmerkungen, denn allgemein habe ich dieses Buch verschlungen und geliebt.

Fazit

Ich habe mit „Die Zarin“ so viel mehr bekommen, als ich erwartet hätte. Dieser Roman ist nicht nur ein sehr guter Einblick in die russische Geschichte Anfang des 18. Jahrhunderts, sondern auch die spannende Lebensgeschichte einer beeindruckenden Frau. Für alle Fans der russischen Geschichte ist dieses Buch ein Muss!

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