Wenn nur ein Lied das Dunkel vertreiben kann. Was ich an „Das Lied der Nacht“ (C. E. Bernard) mochte – und was nicht

Sie lassen nichts zurück als Ruinen, um jeden, der sie sieht, daran zu erinnern, wozu die Furcht imstande ist. Und dass ein Leben in Furcht nie mehr als halbes Leben sein kann.

Allgemeines (Werbung)

Fantasy – 416 Seiten – 15,00€ – ISBN: 978-3-7645-3263-5 – Verlagsseite Penhaligon – Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar!

Worum geht’s?

Dieses Buch spielt größtenteils im Tal Schur, wo die Nächte vollkommen dunkel sind – keine Sterne und kein Mond zeigen sich am Himmel. Auch sind Feuer und Geräusche verboten. Eines Nachts wird die Bevölkerung von Schatten heimgesucht, die nach einem Massaker nichts als Ruinen hinterlassen. Die einzige Hoffnung liegt auf einer kleiner Gruppe „Entfremdeter“, die unzählige verschiedene Sprachen sprechen und vielleicht, nur ganz vielleicht, einen Weg finden, um das Grauen zu beenden.

»Ich erzähle euch eine Geschichte. Sie beginnt in einem finsteren Tal mit hohen, schneebedeckten Bäumen. Sie beginnt mit einem einsamen Wanderer in den fahlen Stunden des Zwielichts, in der bläulich glänzenden Dämmerung. Sie beginnt mit einer Frage. Fürchtet ihr euch?« 


Verlagsseite Penhaligon, Inhaltsangabe „Das Lied der Nacht“, C. E. Bernard

Meine Meinung

[Triggerwarnung] Ich will vorweg sagen, dass dieses Buch nichts für zart besaitete Leser ist. Sehr detailliert werden hier Gewalt, Mord und Vergewaltigung beschrieben. Ich bin der Meinung, dass man sich dessen vor dem Lesen bewusst sein sollte, deshalb wollte ich das gerne erwähnen.

Nun aber zu meiner Meinung zu diesem Fantasy Werk. Es war mein erstes Buch der Autorin, von ihrer Palace of Glass Saga habe ich lediglich Band 1 mal begonnen, aber nie beendet. Von „Das Lied der Nacht“ habe ich den epischen Auftakt einer Fantasy Trilogie mit wunderschönen Covern erwartet.

Jedoch bin ich insgesamt sehr zwiegespalten bei diesem Buch. Beginnen wir mit der Handlung. Die hat mir wirklich zugesagt, das Buch hat einen schönen Spannungsbogen und ist nie wirklich langweilig. Die Autorin hat es geschafft, mich mit einigen Wendungen zu überraschen. Auch das etwas unkonventionelle und ruhige Ende – nicht wie üblicherweise in Fantasybüchern groß und episch – hat mir sehr zugesagt, einfach, weil es mal was anderes war.
Auch die Idee und die Welt finde ich sehr interessant und innovativ. Zwar bin ich mit der Karte im Buch nie wirklich klar gekommen, weil die Orte aus der Geschichte nicht darauf zu finden waren (dafür eine Vielzahl anderer Orte und Länder, die nie erwähnt werden). Das Worldbuilding war zwar in diesem Buch noch nicht wirklich ausgereift, aber das Setting war mit dem Tal Schur sehr eingegrenzt und ich denke, dass man in den Folgebänden mehr von der Welt sehen wird.

Weißt du denn nicht, dass du erst dann erfährst, ob jemand wahrhaftig bei dir sein möchte, wenn du ihn gehen lässt und er aus freien Stücken zu dir zurückkehrt?

Ganz was Individuelles ist auch der Schreibstil des Buches. In vielen Rezensionen wird er als poetisch, wortgewaltig und episch beschrieben. Jedoch muss man sich an diesen Schreibstil auch erstmal gewöhnen, was bei mir tatsächlich bis zum Ende gedauert hat. Davor hat mir der Stil des Buches ein wenig das Leben schwer gemacht, um ehrlich zu sein. Ich bin grundsätzlich nicht so der Fan von poetischen Schreibstilen, weil ich dadurch oftmals das Gefühle bekomme, noch weniger Zugang zu einer imaginären Fantasywelt zu finden.

Leider hat es der Schreibstil durch seine Poesie auch nicht geschafft, mir die Vielzahl an Charakteren näher zu bringen. Mir kommen sie auch nach 400 Buchseiten immer noch ziemlich oberflächlich beschrieben vor, zumal ich das Gefühl hatte, dass die Protagonisten immer anhand der gleichen Gedanken und Eigenschaften charakterisiert werden. Allerdings ist ganz klar, dass dieses Buch der erste Band einer dreiteiligen Reihe ist, man wird die Protagonisten also vermutlich noch besser kennenlernen.
Sehr positiv finde ich aber die Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren, denen wir in „Das Licht der Nacht“ begegnen. Die Protagonisten sind unterschiedlichen Alters, Herkunft, Geschlechts und haben unterschiedliche sexuelle Neigungen. So weit so gut, aber das wirklich Schöne daran ist, dass all das sehr natürlich in die Geschichte eingeflochten wird, sodass man nicht das Gefühl hat, es wäre gezwungen oder gewollt. I like!

Des Weiteren wurde „Das Lied der Nacht“ um digitales Bonusmaterial erweitert. Dazu muss man sich eine Augmented Reality App runterladen und kann dann beispielsweise die Landkarte in Farbe sehen, sich das Lied der Nacht anhören und einen Gruß von der Autorin sehen. Zunächst war ich skeptisch, ob es das überhaupt braucht. Notwendig ist es natürlich nicht, aber es ist ein schöner Bonus. Und definitiv etwas, das in Zukunft weiter entwickelt werden kann.

Fazit

Ein Buch, das für mich sehr schwierig zu bewerten ist. Teile – wie die Handlung und die Welt – haben mir wirklich zugesagt, während es mir andere Aspekte wie der Schreibstil und auch die Charaktere sehr schwer gemacht haben. Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob mich die Geschichte genug interessiert, um die Reihe weiterzuverfolgen.

Falls ihr Fantasy mögt und nicht vor etwas grausameren Themen zurückschreckt lohnt sich ein Blick auf „Das Lied der Nacht“ aber in jedem Fall. Mein Rat wäre nur, vorher eine Leseprobe zu lesen, um zu sehen, ob euch der Schreibstil zusagt.

2 Gedanken zu “Wenn nur ein Lied das Dunkel vertreiben kann. Was ich an „Das Lied der Nacht“ (C. E. Bernard) mochte – und was nicht

  1. Liebe Emily,

    ich hätte ja schon Bock drauf und würde den Schreibstil auch riskieren (den prangern ja einige an), aber vorher will ich die Palace-Reihe fertig kriegen…wann auch immer das sein möge, es steht in den Sternen. *lach
    Deine positiven Punkte zeigen mir, dass es sich lohnen wird, sich der Reihe später einmal anzunehmen.
    Danke dir.

    Liebe Grüße
    Tina

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Tina,

      Danke für deinen lieben Kommentar 🙂
      Ich hab Palace of Glass mal begonnen, aber nie weitergelesen…und spiele stark mit dem Gedanken, es auszusortieren. Irgendwie spricht es mich nicht mehr so an 😦

      Alles Liebe,
      Emily

      Gefällt mir

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